Die politischen und wirtschaftlichen Folgen eines EU-Austritts Großbritanniens

 

1. Die Folgen für die Briten

Die EU-Lobby bemüht sich mit Kräften, den Austritt Großbritanniens aus der EU zu verhindern. Auf keinen Fall, so meinen sie, darf den Briten eine Volksabstimmung über diese Schicksalsfrage gewährt werden.
Denn sie kennen die eindeutigen Umfragewerte: Die große Mehrheit (57 %) der Briten will ganz eindeutig raus aus der EU.

Dass die Briten sich überhaupt in der EU befinden, verdanken sie ihren früheren Volksvertretern, die den Beitritt 1973 (ohne Zustimmung der Bevölkerung) verfügt hatten.
Zwar hat es im Nachhinein (1975) dann doch noch ein Referendum über diese bedeutsame Schicksalsfrage gegeben - aber ein negatives Votum hätte eine komplexe Rückabwicklung bedeutet zu einem Zeitpunkt, in der die Auswirkungen der Verträge noch völlig unbekannt waren.

Das antidemokratische Beitrittsverfahren war schon damals das typische Merkmal der EU. Bis heute hat die EU ihre Demokratiefeindlichkeit nicht abgelegt.

 

Die EU kostet Großbritannien 53 Millionen Euro - täglich!
EU-Kritiker haben errechnet, dass die EU dem Inselreich trotz aller gewährten Sonderrabatte täglich 53 Millionen Euro an Kosten verursacht.
Die EU-Lobby will von diesen Zahlen natürlich nichts wissen. Sie kontert mit Panikmache und prognostiziert den wirtschaftlichen Kollaps, sollte Großbritannien aus der EU ausscheiden.

 

"Die britische Industrieproduktion würde zusammenbrechen ..."
Auch in den deutschen Medien wird schon im Vorfeld recht einhellig vor den schlimmen Folgen eines EU-Austritts Großbritanniens gewarnt.

Die Prognose: Der dann von den EU-Ländern erhobene Einfuhrzoll würde britische Waren zu teuer machen.
Ausländische Investoren würden daraufhin ihre Fabriken auf der Insel schließen und sie auf den europäischen Kontinent verlagern.

Zwar wird beiläufig eingeräumt, Großbritannien könne eventuell ebenso wie die Schweiz Zoll-Sonderabkommen mit der EU aushandeln. Aber dies sei, so wird geargwöhnt, sehr kompliziert und zöge manche Nachteile mit sich.

 

Die heilsamen Gegenkräfte werden ignoriert!

Doch die Prophezeiungen der EU-Fürsprecher entbehren jeder Logik.
Selbst wenn es nicht zu bilateralen Zoll-Sonderabkommen kommen sollte, wäre der EU-Austritt für die britische Wirtschaft ein Segen!

Denn die dann vorhandene EU-Unabhängigkeit würde ungeahnte Kräfte freisetzen.
Sollten die EU-Staaten auf britische Waren ihre Zölle aufschlagen, wird die britische Regierung in gleicher Weise kontern.

Importe aus der EU werden in Großbritannien dann also teurer!
Das wiederum bedeutet: Die britische Industrie wird konkurrenzfähiger!
Es würde sich dann wieder lohnen, viele Konsumartikel im eigenen Land herzustellen.

Großbritannien entzöge sich somit zumindest teilweise (je nach Höhe der Einfuhrzölle) sowohl dem innereuropäischen als auch dem globalen Lohn-, Steuer-, Sozial- und Umwelt-Dumpingwettbewerb. Was wäre falsch daran?

Den Briten kann also wirtschaftlich gar nichts Besseres passieren, als aus dem unfairen europäischen Pseudo-Binnenmarkt auszuscheren.

 

Der europäische Binnenmarkt existiert nicht wirklich!

Was bei all den halbklugen Reden über die EU immer wieder verheimlicht oder fehlgedeutet wird:

Ein echter EU-Binnenmarkt existiert gar nicht!

Die grundsätzlichen Anforderungen an einen echten Binnenmarkt werden nur in einem einzigen Punkt erfüllt:

gleiche Bruttotariflöhne

Fehlanzeige

gleiche Steuern

Fehlanzeige

gleiche Sozialgesetze

Fehlanzeige

gleiches Rechtswesen

Fehlanzeige

gleiche politische Strukturen

Fehlanzeige

gleiche Muttersprache

Fehlanzeige

gleiche Amtssprache

Fehlanzeige

Zollfreiheit

ja

Bis auf den letzten Punkt werden also alle Anforderungen eines echten Binnenmarktes in keinster Weise erfüllt.
Der EU-Binnenmarkt entpuppt sich somit als Mogelpackung, als trügerische Illusion, als Fata Morgana.

Ein echter EU-Binnenmarkt böte wirtschaftliche Vorteile - aber die jetzige Konstruktion kann nicht funktionieren.
Sie ist unsinnig und widersprüchlich - mit einem Wort: idiotisch.

In 60 Jahren ist es nicht annähernd gelungen, in diesem zentralen Punkt weiterzukommen.
Weil ein echter Binnenmarkt nun einmal einen homogenen Einheitsstaat voraussetzt, den die meisten EU-Länder aber strikt ablehnen.

 

"Der EU-Austritt Großbritanniens würde die Finanzmetropole London schwächen!"

Die Propagandamaschinerie der EU-Verteidiger läuft auf Hochtouren. Man warnt nicht nur (mit unredlichen Argumenten) vor dem "völligen Niedergang" der britischen Industrie, man prophezeit auch verheerende Folgen für den Londoner Finanzsektor.

Tatsächlich kann es sein, dass die Bedeutung Londons als Finanzzentrum schwindet (ausgemacht ist das noch lange nicht). Aber sollte sich die Mutmaßung bewahrheiten - was wäre so schlimm daran?

Derzeit sind die Finanzmärkte doch völlig aufgebläht und überdimensioniert.
95 Prozent aller Finanztransaktionen dienen nur noch der Spekulation, sind also völlig unproduktiv.
Sie sind damit eher ein Krebsgeschwür des Kapitalismus - zum Nachteil jeder Volkswirtschaft.

Dieser Finanzsektor hat sich nur deshalb in New York und London so absurd etabliert, weil die USA und Großbritannien einen Ersatz brauchten für den Niedergang ihrer industriellen Basis.
Die Aufblähung des Finanzsektors machte zwar weltweit einige Millionen Spekulanten, Trader, Anlageberater, Investmentbanker usw. reich - aber ganz auf Kosten der Bevölkerung und der Realwirtschaft.

Die Normalisierung der Londoner City und die Abkehr vom zollfreien Dumpingwettbewerb würde ungeahnte Kräfte freisetzen, die Großbritannien zu einer neuen Blüte verhelfen würde.

 

"Die Importzölle auf EU-Waren würde den Briten Kaufkraft rauben!"

Um ein positives Ausstiegs-Exempel auf jeden Fall zu verhindern, wird mit allen Registern Angst geschürt.
Als gewichtiges Einschüchterungs-Argument dient die Behauptung, durch die britischen Importzölle würde alles teurer, die Kaufkraft der Briten würde abnehmen.

Doch auch derlei Befürchtungen entpuppen sich als Nonsens.
Denn Zolleinnahmen verschwinden nicht im Nirwana.
Sie ermöglichen vielmehr die Absenkung der lohnabhängigen Sozialversicherungsbeiträge.
Dies senkt die Lohnkosten und stärkt gleichzeitig die Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Ausland.

 


2. Die Auswirkungen eines EU-Austritts Großbritanniens auf die Europäische Union

Nun verband sich die Existenzberechtigung der EU bisher stets mit dem Versprechen von Wohlstand, Freiheit und Frieden.
"Ein Land wie Großbritannien werde ohne EU-Anbindung wirtschaftlich untergehen und weltpolitisch nicht wahrgenommen."
So jedenfalls lautet die amtliche Wohlstandstheorie, die jeglichen Zweifel an der EU im Keim ersticken sollte.

 

Wenn der EU-Austritt Großbritanniens zum Präzedenzfall würde ...

Der Supergau für die mächtige EU-Lobby und die zigtausend hochdotierten EU-Angestellten wäre eine wirtschaftliche Wiederbelebung Großbritanniens nach erfolgtem EU-Austritt.

Man stelle sich vor, Großbritannien würde als unabhängiger souveräner Staat die Massenarbeitslosigkeit überwinden und das Staatsdefizit abbauen.
Und die inflationsbereinigten Nettolöhne und Renten würden nach einer über 30jährigen Periode des schleichenden Niederganges auf einmal wieder spürbar anziehen.

Wie will man die Kontinental-Europäer dann noch bei der Stange halten?
Wie will man sie dazu bringen, die EU und den geheiligten "Europäischen Binnenmarkt" (den es in Wahrheit gar nicht gibt - siehe oben), weiterhin als Voraussetzungen für den Wohlstand anzuerkennen?
Das ganze Kartenhaus der Lügen und Propaganda würde in sich zusammenfallen und andere stressgeplagte EU-Völker werden dem britischen Beispiel folgen wollen.

So könnte der EU-Austritt Großbritanniens das Ende der Europäischen Union einleiten.
Die Profiteure der EU (allen voran die 50.000 EU-Bürokraten) müssten um ihre Pfründe bangen.
Eine schreckliche Vorstellung für die Betroffenen - aber ein Segen für alle aufrechten Europäer, denen es wirklich um das Wohl der Menschen geht.

 

Der EU-Austritt Großbritanniens würde allen Europäern die Augen öffnen.
Der Nimbus der wohlstands- und friedensstiftenden EU wäre einfürallemal dahin.

PS: Nach einer Umfrage des Instituts OpinionWay im Dezember 2014 würden 42 % der Briten für einen Austritt aus der EU stimmen, während nur 37 für einen Verbleib votierten. Das echte Referendum soll spätestens bis Ende 2017 stattfinden.

Bei den Niederländern sprachen sich 39 % für und 41 % gegen einen Austritt aus der EU aus.
In Deutschland würden nur 22 % der Bundesbürger einen EU-Austritt begrüßen. Angesichts der jahrzehntelangen einseitigen Dauerpropaganda zugunsten der EU ("
Deutschland profitiert ganz besonders von der EU und dem Euro") kann die breite deutsche Akzeptanz der EU aber kaum verwundern.

 

Nachtrag 25.5.2016:

Ist das die vielbeschworene Pressefreiheit?

Einschüchterung der britischen Bevölkerung...

Einen Monat vor dem entscheidenden Brexit-Referendum am 23. 6. 2016 gehen die britischen Zeitungstycoone so richtig zur Sache. Auf den Titelseiten ihrer meinungsbildenden Boulevardblätter wird in aggressivster Weise gegen den drohenden Brexit gewettert. Nichts scheint mehr heilig! Von einer sachlichen Auseinandersetzung ist man Lichtjahre entfernt.

Die Zeitungsmacher sehen es offenbar als ihre Christenpflicht, mit dreisten Behauptungen die zweifelnde Bevölkerung zu verunsichern und einzuschüchtern.
So prophezeien sie u.a. für den Fall eines Brexits einen wirtschaftliches Rückgang von 6 %, natürlich begleitet von einem drastischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Und einen Preisverfall bei den Immobilien von 18 % weissagen sie auch schon. Und ja sicher: Die Gefahr eines Krieges in Europa wird sich durch den Brexit auch erhöhen.

Klar doch, dass solche Hiobsbotschaften Ängste schüren. Ich halte diese Vorhersagen übrigens für kriminell und vollkommen unrealistisch. Eine Abkoppelung vom lähmenden Brüsseler Bürokratiemonster kann sich am Ende nur positiv auswirken - wer das Gegenteil behauptet ist unglaubwürdig.

Ich habe mir in England am 23. 5. 2016 die Tageszeitungen genau angeschaut - die Stimmungsmache gegen den Brexit war allgegenwärtig.
Kaum ein Katastrophenszenario wurde ausgelassen, um die Leser einzuschüchtern. Erstaunlich, dass nicht auch noch behauptet wurde, die britische Insel würde im Falle eines Brexit im atlantischen Ozean versinken.

Was haben Volksabstimmungen einen Wert, wenn die Bevölkerung derart massiv beeinflusst wird?
Hier zeigt sich wieder einmal, wie schwer es ist, gegen die Dominanz des Großkapitals anzukommen. Mit den in ihrem Besitz befindlichen Medien können sie die Meinung ihrer Leser weitgehend manipulieren und fast alles durchsetzen oder verhindern, was nicht dem Nutzen der Konzerne oder des Großkapitals dient.

Nur einmal, in der Schweiz, hat bislang die systematische Panikmache nicht funktioniert. Trotz aller Unkenrufe und Weltuntergangsszenarien haben die Schweizer einst tapfer gegen den EU-Beitritt votiert.
Und? Ist die Schweiz danach untergegangen bzw. zur Bedeutungslosigkeit verkommen? Das genaue Gegenteil ist der Fall!
Trotz des schwierigen Umfelds, umzingelt von einer dahinsiechenden EU mit ausuferndem Währungsdumping, geht es der Schweiz heute besser denn je.

Hintergrund: Die Angst der britischen Bauern vor dem Brexit!
"Aber die meisten Industrieprodukte kann man in England eh nicht mehr herstellen!"

 

Nach dem Referendum:
Die Vernunft hat gesiegt,
die Ignoranten haben verloren!

Der 23. Juni 2016 wird in die Geschichte eingehen als Glückstag - sowohl für Großbritannien als auch für Europa. Denn mit diesem Datum hat sich endlich ein Volk von der Brüsseler Bevormundung losgesagt.
Mittel- und langfristig wird auch der glühendste EU-Fanatiker eingestehen müssen, dass die EU ein ewiger Unruheherd und Wohlstandskiller ist.
Die britische Wirtschaft kann nunmehr befreit von bürokratischen Hemmnissen und über Zölle verschont vom perversen ausländischen Lohn- und Steuerdumping zu neuem Leben erwachen.

Damit wird hoffentlich auch wieder mehr Ehrlichkeit und Redlichkeit in die leidige EU-Debatte gebracht. Auf die trügerische Illusion vom segensreichen "EU-Binnenmarkt" (den es in Wahrheit ja gar nicht gibt - siehe oben) werden immer weniger Menschen hereinfallen.

 

Die EU spaltet Europa!

Auch die verklärende Friedensrhetorik verliert mehr und mehr ihre Glaubhaftigkeit. Immer mehr Menschen begreifen inzwischen: Hätte es die EU nicht gegeben, wäre der Ukraine-Krieg gar nicht erst entbrannt.

Und nun wollen Schottland und Nordirland auf Biegen und Brechen eigenständig werden und ihr seit Jahrhunderten Vereinigtes Königreich zum Little-Britannien degradieren. Auch hier stellt sich die Frage: Gäbe es derlei Separationsbestrebungen auch ohne die "friedensstiftende" EU?

Aber es geht noch weiter: Die Spaltung zieht sich durchs ganze Inselreich. Bereits vor dem Votum hat die finanzstarke Pro-EU-Lobby für den Fall ihres Scheiterns eine Petition für ein zweites Referendum initiiert.
Welch ein schäbiges Ansinnen! Muss man nun noch nachtreten, sich als schlechten Verlierer outen, die Demokratie mit Füßen treten und sich über eindeutige Volksentscheide hinwegsetzen? Pfui!

 

"Die jungen Menschen haben für den Verbleib gestimmt!"

Für den Brexit stimmten überproportional die älteren und schlechter ausgebildeten Briten. Der ständige Verweis auf dieses Abstimmungsverhalten soll uns sagen: Eher die Dummen und Alten (die doch sowieso bald sterben) waren für den Brexit und vermasseln der jungen, gebildeten Generation ihre Zukunft.

Man kann diese Analyse natürlich auch ganz anders deuten:
Die älteren Briten, die noch die guten Vor-EU-Zeiten gekannt haben und leidvoll den Exodus der britischen Industrie erdulden mussten, die mitansehen durften, wie hunderttausende Fabriken aufgrund des Zollabbaus in Billiglohnländer verlagert wurden - diese leidgeprüften Zeitzeugen wissen aus eigener Erfahrung, was die EU angerichtet hat.

Den jungen Menschen dagegen fehlen diese eigenen Erfahrungswerte. Deren Haltung wurde geprägt von der meist einseitigen EU-Propaganda in den Schulen und Universitäten.
Jungakademiker sind noch voller Hoffnung und träumen aufgrund ihrer langen, teuren Ausbildung von einer steilen Karriere, zumindest aber von einem unbeschwerten Leben im gehobenen Wohlstand.
Erst in zehn oder zwanzig Jahren würden viele von ihnen geläutert und desillusioniert ganz anders denken. Weil (pauschal betrachtet) der zollfreie Dumpingwettbewerb nun einmal keine rosigen Aussichten bietet.

 

"Die Populisten haben gewonnen!"

Wissen Sie übrigens, was ein Populist ist? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Ein Populist ist, wer sich gegen die EU ausspricht.
Wer für die EU ist, darf sich dagegen als weltoffener, intelligenter Gutmensch betrachten. So oder ähnlich jedenfalls versucht es das EU-Establishment darzustellen.

Weil ich mich über das arrogante Resümee "Die Populisten haben gewonnen!" ärgere, habe ich als Retourkutsche mit der weiter oben verwendeten Überschrift "Die Vernunft hat gesiegt, die Ignoranten haben verloren!" gekontert.
Wobei mein Spruch, denke ich, weit mehr gerechtfertigt ist als der dumme Populistenvorwurf. Denn meine Thesen lassen sich ausführlich begründen. Näheres finden Sie in meiner Kurzabhandlung
"Wir müssen Europa besser erklären!" - oder aber ausführlich in meinem unten aufgeführten Buch.

 

Anfechtung des Volksentscheids, weil Brexit-Befürworter gelogen haben?

Kostet die EU den Briten 350 Millionen oder nur 100 Millionen Euro wöchentlich? Weil angeblich das Brexit-Lager mit falschen Zahlen argumentiert hat, fordern die EU-Befürworter eine Wiederholung des Referendums. Ein solches Ansinnen scheint allerdings schon deshalb lächerlich, weil die mächtige EU-Lobby mit ihrer beispiellosen Angstkampagne weit mehr gesündigt hat.

Doch analysieren wir ruhig einmal die Zahlen!
Selbstverständlich darf man nicht nur die direkten britischen Überweisungen an die EU ins Feld führen, es müssen auch die Rückflüsse gegengerechnet werden.
Wobei sich aber die Frage der Nützlichkeit dieser Subventionen stellt. Subventionen gelten nicht zu Unrecht als Krebsgeschwür der Marktwirtschaft. Weil sie folgenschwere Fehllenkungen und Fehlinvestitionen hervorrufen. Im ungünstigsten Fall schaden sie weit mehr als sie nutzen.
Es gibt da leider ein Wahrnehmungsdefizit: Wenn es um Korruption und Bestechung geht, weiß jedermann um die Folgen dieser Auswüchse. Bei Subventionen aber (die letztlich ähnlich kontraproduktive Kräfte auf die Volkswirtschaft ausüben können) ist dieses Unrechtsbewusstsein noch nicht vorhanden.
Es wäre töricht, Subventionen blindlings auf der Habenseite zu verbuchen. Denn ihr wahrer Wert ist fragwürdig, nicht einschätzbar.

Was dagegen bei einer fairen Bilanzierung bestimmt ins Gewicht fällt sind die enormen Aufwendungen für die Bürokratie, die Aufblähung des Verwaltungsaufwandes. Niemand kann diese Kosten seriös beziffern. Doch anzunehmen ist, dass allein schon diese Aufwendungen die strittige Summe von 50 Millionen Euro täglich überschreiten.

Doch damit sind wir mit der Abrechnung noch lange nicht am Ende. Der überflüssige Warentourismus, den die EU verursacht, schädigt nicht nur nachhaltig die Umwelt des Inselstaates, sie beeinträchtigt auch die Gesundheit der dort lebenden Menschen. Wie will man das alles aufrechnen?

Aber es geht ja noch weiter. Die "internationale Arbeitsteilung" ist im höchsten Maße ineffizient. Sie rechnet sich für die Hersteller nur wegen des extremen Lohn- und Steuergefälles.
Die absurden Lohnunterschiede sind es, die verantwortlich sind für die Schließung von zigtausend Fabriken in Großbritannien, verantwortlich sind für die unüberwindbare Massenarbeitslosigkeit, die millionenfachen prekären (unterbezahlten) Arbeitsverhältnisse, für sinkende Löhne und Renten.

Wer also meint 50 Millionen Euro an Kosten für die EU seien zu hoch gegriffen, der hat die wahren Dimensionen des EU-Debakels nicht erkannt. Tatsächlich dürfte der Schaden, den die EU in Großbritannien anrichtet, eher bei täglich einer Milliarde Euro liegen.

 

"Einen souveränen Nationalstaat kann es heute gar nicht mehr geben!"

Ich finde es beschämend, wie ausgewiesene "EU-Experten" vor die Kamera treten und immer wieder frech behaupten "souveräne Staaten in der Größe Großbritanniens oder Deutschlands könne es heute gar nicht mehr geben!"

Wie kommen diese Leute auf einen solchen Unsinn?
Sind alle Staaten außerhalb der EU etwa nicht souverän?
Haben deren Regierungen keine Macht mehr, müssen sie sich nur noch der undurchschaubaren Finanzwelt und dem Kasinokapitalismus beugen?
Sind souveräne Staaten auf die "internationale Arbeitsteilung" Freihandelszonen und über 30 Freihandelsabkommen angewiesen? Wohl wissend, wie sehr doch der absurde, ineffiziente Warentourismus den Klimawandel vorantreibt und unsere Gesundheit, Natur und Umwelt schädigt?

Seit 1980 sinken in den alten Industrienationen die Erwerbseinkommen und Renten. Dieser paradoxe Niedergang müsste doch selbst den größten Ignoranten und Schönredner stutzig machen! Dies müsste doch ein Umdenken bzw. einen Paradigmawechsel einleiten!

Da lamentieren angesagte Meinungsmacher im Fernsehen wie verbohrt über neue Handelsabkommen, Wechselkurse, die Steigerung des Exports usw. - obwohl man das alles doch gar nicht braucht.
Ein Staat in der Größe Deutschlands wäre durchaus in der Lage, den überwiegenden Teil seines Konsumbedarfs im Inland herzustellen (sogar die durch die Planwirtschaft gestrafte kleine DDR war dazu in der Lage). Der Welthandel könnte auf ein sinnvolles Maß reduziert werden.

Auch die Briten müssen nach dem Brexit nicht reflexartig neue, komplexe und abhängig machende Verträge mit der Rest-EU aushandeln.
Wozu das alles? Auch früher brauchte man derlei Abkommen nicht! Was ist das für ein "Freihandel", wenn nur noch Konzerne mit überdimensionierten Rechtsabteilungen daran teilnehmen können? Trotz höherer Zölle war der Welthandel vor einigen Jahrzehnten freier und unkomplizierter.

 

"Der Brexit schadet allen!"

Es ist schon atemberaubend, mit welcher Inbrunst und Selbstsicherheit gestandene Politiker und Journalisten behaupten, der Brexit schade ausnahmslos allen (sowohl in Großbritannien als auch in der Rest-EU).
Warum sind diese "Eliten" so überzeugt davon, dass nur der exzessive Warenex- und Import zu Wohlstand führt?

Gibt es kein Vertrauen mehr in die Leistungsfähigkeit der eigenen Volkswirtschaft?
Meint man tatsächlich, ein Staat in der Größe Großbritanniens wäre unfähig, seine TV-Geräte, Haushaltswaren, Autos, Küchengeräte, Büromaschinen, Handys, Textilien und Schuhe selbst herzustellen? Meint man, die Ausbeutung der Arbeitssklaven in den Billiglohnländern sei unabdingbar?

Wie kommt man auf die Idee, auf eine hohe Exportquote, dem zollfreien Zugang zum EU-Binnenmarkt und damit automatisch auch auf weltweit 33 weitere verbindliche Freihandelsabkommen angewiesen zu sein?
80-90 % des Außenhandels erweisen sich nicht nur als überflüssig, sondern auch als schädlich! Bei einem weltweit angeglichenem Lohnniveau würde der Welthandel auf 10 bis 20 % seines heutigen Niveaus schrumpfen!

Ob der Brexit erfolgreich verläuft, hat die britische Regierung jetzt selbst in der Hand.
Nutzt sie die Chance, das Land vom innereuropäischen und globalen Lohndumping abzukoppeln? Wird sie eine Re-Industriealisierung einleiten, indem sie dem globalen Vernichtungswettbewerb über behutsam ansteigende Zölle eine Absage erteilt?

Weitermachen wie bisher, alte EU-Handelsabkommen durch neue Sondervereinbarungen ersetzen, wäre der absolut falsche Weg. Der würde in der Tat wenig bringen, die aufgestauten Probleme nicht lösen.

Katastrophal wäre, wenn sich jetzt die Handlanger des Großkapitals durchsetzen und dem U.K. eine neoliberale Politik aufzwingen (Senkung der Kapitalertragssteuern, Sozialabbau usw.).
Mit einer neoliberalen Politik könnte die Kapitallobby nicht nur ihre Urinstinkte ausleben, sie würde damit auch einen Erfolg des Brexit vereiteln, den Zorn und die Enttäuschung der Briten so richtig anstacheln, die vermeintliche Nützlichkeit der EU und des Zollfreihandels unter Beweis stellen und die wachsende EU-Kritik in ganz Europa im Keim ersticken.

Hoffen wir also, dass sich die Kapitallobby diesmal nicht durchsetzt!

 

 

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Impressum

 © Manfred J. Müller, Flensburg, Dezember 2012, Nachtrag Mai/Juni 2016

 

 

Wer ein starkes Europa will, kann nicht gleichzeitig auch die EU wollen!
Denn die EU bedeutet:

Statt effizienter Marktwirtschaft
teure Subventionswirtschaft!

Statt Demokratie lähmende Bürokratie!

Statt übersichtlicher Entscheidungsstrukturen ewiges Verhandeln und Taktieren mit den 26 anderen EU-Staaten!

Statt staatlicher Souveränität
eine schleichende Entmündigung und Brüsseler Bevormundung!

Statt Völkerfreundschaft zunehmende Missgunst und wachsende Ressentiments!

Statt Frieden Angst vor sozialen Unruhen und Kriegseinsätzen in fremden Erdteilen!

Statt wirtschaftlicher Unabhängigkeit ein absurder krisenanfälliger Export-Import-Teufelskreis!

Statt überschaubarem nationalen Bankensystem
ein europa- und weltweit verwobenes, unkontrollierbares Spekulations- und Bankennetz!

Statt selbständiger Notenbanken, eigener Währung und eine auf die eigene Volkswirtschaft abgestimmte Zins-, Fiskal- und Wirtschaftspolitik
eine allmächtige EZB, ausufernde Schulden- und Transferunion.

Weitere Kompetenzabtretungen an die EU oder gar ein Bundesstaat der "Vereinigten Staaten von Europa" würden noch größere Probleme heraufbeschwören.

 

Die inhomogene, bürokratische Subventions- und Transferunion ruiniert letztlich alle EU-Staaten.

Wäre Deutschland noch souverän und unabhängig mit angemessenen Zollgrenzen, wären unsere Arbeitseinkommen etwa auf doppeltem Niveau (entsprechend dem produktiven Fortschritt).
Deutschland würde dann zwar weniger exportieren, aber vor allem viel weniger importieren.

 

 

 

 


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Schon vor über 20 Jahren warnte die damals mächtigste Frau der Welt, die englische Premierministerin Thatcher:
"Die EU wird als größte Torheit des Jahrhunderts in die Geschichte eingehen!".

 

 

 

Manfred Julius Müller:
Raus aus der EU
oder durchhalten bis zum Untergang?

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Trotz aller Hiobsbotschaften wird noch immer versucht, die Bevölkerung zu verdummen! Unbeirrt aller Rettungsschirme und drohender Staatspleiten heißt es: „Wir profitieren ganz besonders von der EU und dem Euro!". Verschwiegen wird, dass seit 30 Jahren auch in Deutschland die inflationsbereinigten Reallöhne und Renten sinken, obwohl sich die Produktivität fast verdoppelt hat.

Wie kann Europa vorm Untergang bewahrt werden?
Sicher nicht mit den Propagandasprüchen von gestern!
Es geht nicht an, dass die politische Elite starrsinnig am Endsieg der europäischen Wahnidee festhält, ohne ernsthaft Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen.
Eine vorurteilsfreie Diskussion muss an die Stelle plumper Durchhalteparolen treten.

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Verzocken unsere Politiker in ihrem unerschütterlichen Glauben an die EU und den Euro die Zukunft Deutschlands?

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Manfred Julius Müller analysiert seit über 30 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er ist Autor verschiedener Bücher zu den Themenkomplexen Globalisierung, Kapitalismus und Politik.

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Menschlichkeit kennt keine Grenzen. Dummheit aber auch nicht! - nur Euro 6,80

Manche Texte von M. J. Müller fanden auch Einzug in Schulbücher oder werden zur Lehrerausbildung herangezogen.

"Deutschland profitiert..." Die dreisten Parolen der Demagogen.
Wie viele Wahrheiten gibt es?
Mediendemokratie oder Mediendiktatur?

"Großbritannien wird das erste Land in Europa sein, das durch seinen Austritt aus der EU seine Freiheit zurückerlangt!"
Verkündung des britischen Delegierten im EU-Parlament am 13. 12. 2011.

 

 

Die EU führt zum Untergang Europas!

 

Stoppt TTIP!
Denn Freihandelszonen pervertieren die Marktwirtschaft!

 

Profitiert Deutschland von der EU und dem Euro?

 

Wieviel Demokratie verträgt die EU?

 

Der eigene Nationalstaat als Feindbild

   

 

Selbst wenn die EU nichts weiter wäre als eine große Freihandelszone, wäre sie kontraproduktiv und blödsinnig!

Das belegen bereits die hohen Arbeitslosenquoten in der EU.
Selbst im "Musterland" Deutschland fehlen 15 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs.
Die offiziellen Erwerbslosenzahlen von 2,7 Millionen sind
ein schlechter Witz und haben nur eine geringe Aussagekraft.

 

Warum die panische Angst vor einem Brexit?

Warum hat die EU-Lobby eine solch panische Angst vor einem Austritt Großbritanniens aus der EU?
Fürchtet man wirklich nur den Bedeutungsverlust der EU?

In Wirklichkeit geht es doch wohl um weit mehr.
Die Katastrophe wäre doch, wenn die Wirtschaft Großbritanniens nach wiedererlangter Souveränität und Freiheit aufblühen würde.

Damit wäre dann die EU als Klotz am Bein enttarnt.
Auf die wohlklingende EU-Propaganda würde kein Schwein mehr hereinfallen.
Die EU würde zerfallen.

 

Wie solidarisch die EU tatsächlich ist,
zeigt die aktuelle Flüchtlingskrise.

Selbst ausgebuffte Demagogen können diese klare Offenbarung nicht mehr schönreden.

Schon vor Jahrzehnten hieß es:
"Die EU funkioniert nicht - es sei denn, Deutschland zahlt!".